Apartment Therapy

Aktualisiert: März 14


Marion Tischler, Apartment Therapy, Video, 1:34,50 min, 2020



Statement The artist is waiting. Apartment Therapy ist eine Choreografie des Wartens im Dialog mit dem häuslichen Umfeld während der Pandemie. Beschreibung

Willkommen im Stillstandsland!

In einer Zeit, in der kaum Ausstellungen möglich sind,

in einem Leben ohne Lifekultur, wird es still. Sehr still.

Zuhause ists am schönsten gilt nicht mehr.

Die gewöhnliche Ausstellung gibts nicht mehr. Marion Tischler sucht deshalb für ihre Arbeit ein geeignetes Zuhause, eine temporäre Ausstellungsmöglichkeit quasi und fand sie in Herberts Apartment. Herberts Apartment atmet genau wie das Stickbild ehemals den Zeitgeist der 80er-Jahre aus und bietet somit ein geeignetes Ambiente. Mit der Inszenierung der Arbeit entstand zunächst eine Fotoserie, die später zu einer coronakonformen Projektion verarbeitet wurde.

Bei der Arbeit von Marion Tischler handelt es sich um ein gefundenes Stickbild mit einer Reproduktion: dem Mann mit dem Goldhelm - dem Inbegriff von Rembrandt, ohne von Rembrandt zu sein. Das Stickbild - eine fast ausgestorbene Handwerkskunst - einst in liebevoller Mühe gestickt und nun bei Haushaltsauflösungen und Ebay zu finden. In diese traute deutsche Spießigkeit setzt die Künstlerin Marion Tischler Kommentare aus der Jetztzeit (Icons aus Bügelperlen); ganz so, wie wir es mit unseren Smartphones und auf anderen digitalen Ebenen wie Facebook oder Instagram machen. Die Bügelperlen erzeugen wie die Stickbilder einen analogen Pixel-Look und greifen so eine digitale Ästhetik auf. Marion Tischler beschäftigt sich schon länger mit Bildphänomenen des Digitalen. Sie untersucht die Auswirkungen digitaler Medien und Technologien auf unser Bewusstsein, unsere sozialen Beziehungen und den Blick auf uns selbst. Hauptaugenmerk richtet die Künstlerin dabei auf neue Bildphänomene wie Selfies, Icons und Emojis. Im Zuge der Digitalisierung, Smartphone-Technik und Sozialen Medien haben Bilder neue Funktionen und mehr Stellenwert als je zuvor in der Kulturgeschichte. „Durch die Digitalisierung erleben Bilder einen enormen Bedeutungszuwachs. Mit Smartphones lassen sie sich schneller, variabler und professioneller denn je herstellen, und dank der Sozialen Medien sind sie nahezu beliebig zu verbreiten und zu teilen. Erstmals können sich Menschen mit Bildern genauso selbstverständlich austauschen wie mit gesprochener oder geschriebener Sprache. Der schon vor Jahren proklamierte „Iconic Turn“ ist Realität geworden,“ so beschreibt es der Medienphilosoph Wolfgang Ullrichs.



Pressetext

Und was macht die Kunst?

Galerien, Museen und Ausstellungsräume sind geschlossen, das kulturelle Leben liegt brach. Diese realen Einschränkungen für Künstler*innen erfordern neue Formen des Zusammenkommens und der künstlerischen Präsentation.

In diesem Sinne wählten 14 bildende Künstler*innen aus Greifswald und Osnabrück digitale Formen der Kommunikation, um ein gemeinsames öffentlichkeitswirksames Projekt zu erarbeiten - eine Art Krisenbericht, der Einblicke in künstlerische Positionen und Prozesse ermöglicht. Unter dem Titel „artist@homeoffice“ zeigen sie ihre Stimmungen und Arbeitsweisen mit den Einschränkungen im kulturellen Leben.

Seit 2017 entwickeln die Kunstvereine TOP.OS e.V. aus Osnabrück und art-cube e.V. aus Greifswald Kunstprojekte und repräsentieren damit auch die Städtepartnerschaft der beiden Hansestädte. Bedingt durch die Pandemie mussten für das Jahr 2020 geplante Kooperationen leider abgesagt werden. Damit nach den umfangreichen Beschränkungen im Kulturbereich trotzdem eine gemeinsame Arbeit umgesetzt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann, entwarfen die Akteure ein Konzept für eine gemeinsame Video-Präsentation, die während des Lockdowns in beiden Städten vorgestellt werden soll.

Die Künstler*innen der Partnerstädte Osnabrück: Wilfried Bohne, Christine Hoffmann, Birgit Kannengießer, Werner Kavermann, Eva Preckwinkel, Marion Tischler und Greifswald: Ted Behrens, Astrid Brünner, Karen Kunkel, Maria Müller, Maria Quinius, Marcus Schramm, Pauline Stopp und Iris Vitzthum werden in den kommenden Wochen mit ihren Beiträgen an öffentlichen Plätzen und in Schaufenstern der Innenstadtbereiche zu sehen sein.

Die Erstausstrahlung findet am Freitag, den 29. Januar 2021 von 18 bis 20 Uhr im Greifswalder Kunstkubus CUBIC auf dem Karl-Marx-Platz und parallel im Osnabrücker im KunstSprung - KunstVermittlungsraum von Birgit Kannengießer - Martinihöfe Osnabrück / Martinistraße 82 (Ecke Auguststraße) statt.

Auch am Samstag und Sonntag wird das Video von 17 bis 20 Uhr im CUBIC projiziert. Weitere Präsentationsorte und Termine werden bekannt gegeben.

Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Greifswald und der Stadt Osnabrück.











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