Apartment Therapy

Aktualisiert: Jan 24


Marion Tischler, Apartment Therapy, Video, 1:34,50 min, 2020



Statement: The artist is waiting. Apartment Therapy ist eine Choreografie des Wartens im Dialog mit dem häuslichen Umfeld während der Pandemie. Beschreibung:

Willkommen im Stillstandsland!

In einer Zeit, in der kaum Ausstellungen möglich sind,

in einem Leben ohne Lifekultur, wird es still. Sehr still.

Zuhause ists am schönsten gilt nicht mehr.

Die gewöhnliche Ausstellung gibts nicht mehr. Marion Tischler sucht deshalb für ihre Arbeit ein geeignetes Zuhause, eine temporäre Ausstellungsmöglichkeit quasi und fand sie in Herberts Apartment. Herberts Apartment atmet genau wie das Stickbild ehemals den Zeitgeist der 80er-Jahre aus und bietet somit ein geeignetes Ambiente. Mit der Inszenierung der Arbeit entstand zunächst eine Fotoserie, die später zu einer coronakonformen Projektion verarbeitet wurde.

Bei der Arbeit von Marion Tischler handelt es sich um ein gefundenes Stickbild mit einer Reproduktion: dem Mann mit dem Goldhelm - dem Inbegriff von Rembrandt, ohne von Rembrandt zu sein. Das Stickbild - eine fast ausgestorbene Handwerkskunst - einst in liebevoller Mühe gestickt und nun bei Haushaltsauflösungen und Ebay zu finden. In diese traute deutsche Spießigkeit setzt die Künstlerin Marion Tischler Kommentare aus der Jetztzeit (Icons aus Bügelperlen); ganz so, wie wir es mit unseren Smartphones und auf anderen digitalen Ebenen wie Facebook oder Instagram machen. Die Bügelperlen erzeugen wie die Stickbilder einen analogen Pixel-Look und greifen so eine digitale Ästhetik auf. Marion Tischler beschäftigt sich schon länger mit Bildphänomenen des Digitalen. Sie untersucht die Auswirkungen digitaler Medien und Technologien auf unser Bewusstsein, unsere sozialen Beziehungen und den Blick auf uns selbst. Hauptaugenmerk richtet die Künstlerin dabei auf neue Bildphänomene wie Selfies, Icons und Emojis. Im Zuge der Digitalisierung, Smartphone-Technik und Sozialen Medien haben Bilder neue Funktionen und mehr Stellenwert als je zuvor in der Kulturgeschichte. „Durch die Digitalisierung erleben Bilder einen enormen Bedeutungszuwachs. Mit Smartphones lassen sie sich schneller, variabler und professioneller denn je herstellen, und dank der Sozialen Medien sind sie nahezu beliebig zu verbreiten und zu teilen. Erstmals können sich Menschen mit Bildern genauso selbstverständlich austauschen wie mit gesprochener oder geschriebener Sprache. Der schon vor Jahren proklamierte „Iconic Turn“ ist Realität geworden,“ so beschreibt es der Medienphilosoph Wolfgang Ullrichs.









44 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

© 2018 Marion Tischler

Rheiner Landstr. 16 - 49078 Osnabrück

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now